Projekt: #jüdisch. Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten. 2019. Foto: Ilja Kagan, Draw-a-Change Filmproduktion

Förderschwerpunkt 2021: Jüdisches Leben in Deutschland

Bundesweit wird das kommende Jahr zum Deutsch-Jüdischen Jahr ausgerufen, das unter dem Titel „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“ ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft zur Geschichte und zum heutigen Leben von Jüdinnen und Juden in der Republik gebündelt präsentiert. Die LWL-Kulturstiftung beteiligt sich mit einem Förderschwerpunkt an diesem Themenjahr.

GEFÖRDERTE PROJEKTE

Dampfross e.V., Steinfurt: Veranstaltungsreihe "Spurensuche_n kuliarisch – Wie schmeckt(e) jüdische Küche im Münsterland"

Im Rahmen von „Spurensuche_n kulinarisch“ begegnen Interessierte im Münsterland der jüdischen Kochkultur. Koch-Workshops widmen sich jüdischen Rezepten – nach Möglichkeit mit lokalem Bezug. Dabei stehen auch Aspekte wie jüdische Feiertage und damit verbundene Speisen oder die Kaschrut-Gesetze (Regeln für die Zubereitung von koscheren Speisen) im Blickpunkt. Durch Zusammenarbeit mit den örtlichen Akteuren (Archiven, Initiativen, Vereinen, jüdischen Gemeinden) werden die Workshops z.B. um Vorträge, Lesungen oder Filmvorführungen erweitert.

Die Linse – Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit e.V., Münster: Filmreihe „Drehbuch Geshcichte 2021: Auf das Leben - Jüdisch-deutsche Geschichte und Gegenwart im Film"

Der Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit Die Linse richtet mit einer Veranstaltungsreihe den Blick auf die lebendige jüdische Kultur und das Judentum im heutigen Deutschland. Das Programm aus Filmen, Vorträgen und Gesprächen wird im Frühjahr stattfinden.

Evangelische Stadtakademie Bochum e.V., Bochum: Veranstaltungsreihe "Musik und Kultur in westfälischen Landsynagogen"

Die Veranstaltungsreihe widmet sich den wenigen erhaltenen Landsynagogen in Westfalen. Von Bochum aus werden Exkursionen angeboten nach Borgentreich-Borgholz, Coesfeld, Drensteinfurt, Gronau-Epe, Hagen-Hohenlimburg, Neheim, Petershagen und Selm-Bork. Eingeladen sind ebenfalls Teilnehmende aus der jeweiligen Region, insbesondere auch jüdische Menschen. Jeder Termin umfasst ein Konzert und eine literarische Veranstaltung, dazu einen Besuch mit Führung in der Landsynagoge, eine Ortsbegehung auf jüdischen Spuren sowie eine Bewirtung aus der jüdischen Küche. Das Programm wird mit Verantwortlichen vor Ort geplant.

Förderkreis Alte Synagoge Epe e.V., Gronau: Konzertreihe "Nicht nur Klezmer - Vielfalt erleben. Jüdische Musik von der Romantik bis heute"

Geplant ist eine aus mehreren Modulen bestehende und überörtlich ausgerichtete Veranstaltungsreihe, die jüdische Künstler*innen und jüdische Musik der letzten 200 Jahre in den Mittelpunkt stellt. Ziel des Projektes ist es, Menschen für die Vielfalt und den Reichtum der jüdischen Kultur zu sensibilisieren und über das Medium Musik einen Zugang zum Judentum zu ermöglichen. Neben Konzerten, Filmvorführungen und Vorträgen im Rahmen eines zweitägigen Symposiums „Jüdische Popmusik“ werden auch partizipative Projekte in Schulen angeboten. Der Förderkreis Alte Synagoge Epe in Gronau schnürt ein Netzwerk von rund acht Partnern, sowohl aus der Kultur (rock`n`popmuseum, Kulturbüro Gronau, Jüdisches Museum Westfalen, Landemusikakamdemie Heek) als auch aus der Bildung und Vermittlung (Europäisches Zentrum für Jüdische Musik in Hannover, Euregio-VHS Gronau, Musikschule Gronau) und bindet die jüdische Gemeinschaft der Grenzregion ein. ie traditionelle Gronauer „Woche der Erinnerung“ zum Gedenken an die Pogromnacht wird in das Projekt einbezogen.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V., Siegen: Ausstellung und Begleitprogramm zur Siegener Woche der Brüderlichkeit

Am Sonntag, 28.02.21, 16 Uhr findet die Eröffnung der Siegener Woche der Brüderlichkeit statt. In der Städtischen Galerie Haus Seel zeigt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, gemeinsam mit Kultur Siegen, die Ausstellung „Speaking Art“. Die Kunstwerke israelischer Kinder und Jugendlicher, transportieren Gedanken, Erfahrungen, Freuden und Sorgen. Das Künstlerehepaar Anat und Ehud Shamai, das die Werke über 33 Jahre gesammelt hat, kommt aus dem israelischen Partnerkreis Emek Hefer. Die Ausstellung wird bis 28.03.21 gezeigt.

Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums e.V., Minden: Kooperationsprojekt zur Wanderausstellung "Synagogen in Deutschland - eine virtuelle Rekonstruktion"

Das Mindener Museum zeigt 2021 die Wanderausstellung „Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion“, die von der TU Darmstadt konzipiert wurde. Darin werden 20 Synagogen, u.a. aus Berlin, München, Hannover, Paderborn, durch Computer-Rekonstruktionen sicht- und erlebbar. Virtual Reality ist besonders für Jugendliche und junge Erwachsene ein gelungener, moderner Zugang, um sich über die vielfältige 1.700jährige jüdische Kultur in Deutschland zu informieren. In Minden wird die Wanderausstellung um eine virtuelle Rekonstruktion und einen 3D-Druck der 1938 zerstörten Mindener Synagoge und der noch heute weitgehend erhaltenen Landsynagoge Petershagen ergänzt. Eine Broschüre zur historischen Bildungsarbeit sowie ein Begleit- und Vortragsprogramm flankierne die Ausstellung. Um dieses projekt zu realisieren, haben sich sechs regionale Kooperationspartner (Jüdische Kultusgemeinde Minden und Umgebung, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e.V., AG Alte Synagoge Petershagen e.V., Mindener Geschichtsverein e.V., LWL-Preußenmuseum Minden) unter Federführung der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums e.V. zusammengefunden.

Historische Kommission für Westfalen, Münster: Fortschreibung des „Historischen Handbuchs der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe“

Das 2016 von der Historischen Kommission für Westfalen veröffentlichte "Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe" zieht mittlerweile neue Ergebnisse von Autorinnen und Autoren und Regionalforscherinnen und -forschern nach sich. Die digitale Fortschreibung dieses Handbuchs, die das Sammeln, Auswerten und Veröffentlichen der neuen Erkenntnisse umfasst, sowie für ein wissenschaftlicher Workshop werden von der LWL-Kulturstiftung unterstützt.

Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, Gelsenkirchen: Kooperationsprojekt "Jüdisches Leben in der westfälischen Industriestadt Gelsenkirchen"

Vor über 150 Jahren wurde in den 1870er Jahren in Gelsenkirchen eine selbstständige Synagogen-Gemeinde gegründet. Dieses Jubiläum wird zum Anlass genommen, um ein umfangreiches Kultur- und Geschichtsprogramm auf die Beine zu stellen. Das Teilprojekt „Jüdisches Leben in der westfälischen Industriestadt Gelsenkirchen“ ist in das Gesamtvorhaben eingebettet. Geschichte und Gegenwart jüdischer Existenz in Gelsenkirchen und die damit verbundenen Herausforderungen sollen u.a. mittels einer Wanderausstellung, Vorträgen und Diskussionsrunden sowie Führungen durch die Alte und neue Synagoge sichtbarer gemacht und Interesse am Jüdischen Leben geweckt werden.

Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld, Bielefeld: Klanginstallation "selbstverständlich - mit leerstellen"

selbstverständlich – mit leerstellen ist eine Klanginstallation von Marcus Beuter für den öffentlichen Raum. In Bielefeld und Unna wird die Installation an jeweils zwei Orten zu hören sein: Jeweils in der Synagoge und an einem öffentlichen Ort. Jüdisches Leben ist in Deutschland seit über 1700 Jahren selbstverständlich. Es gehört zum hiesigen Kulturkreis dazu und bereichert damit die Vielschichtigkeit der Gesellschaft. Es ist aber auch ebenso Teil der Geschichte, dass jüdisches Leben immer wieder unterdrückt wurde, dass es Gewalt gegen jüdische Gemeinden und Mitbürger gab bis hin zu dem Versuch das jüdische Leben in ganz Europa zu vernichten. Der Holocaust hat Leerstellen hinterlassen. Leerstellen, die weit über den unfassbaren Verlust jedes einzelnen Menschen hinausgehen. Leerstellen in unserer Kultur, in unserer Gesellschaft. Die Klanginstallationen in den Synagogen Bielefeld und Unna geben die Möglichkeit sich ganz auf das Kunstwerk einzulassen. Während sie im öffentlichen Raum in den Alltag intervenieren.

Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld, Bielefeld: Auftragskomposition: Vertonungen von Gedichten von Else Lasker-Schüler

Die jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945) gilt als wichtige Vertreterin des deutschsprachigen Expressionismus. Ihr Werk ist ein exemplarisches Beispiel für den Beitrag jüdischer Menschen zum kulturellen Erbe in Deutschland. Der freischaffende, seit 2000 in Bielefeld ansässige Komponist Bernd Wilden wird vier bis sieben Gedichte Lasker-Schülers für Kammerorchester und zwei Gesangssolistinnen und -solisten vertonen. Die Uraufführung findet im September 2021 in der Synagoge Beit Tikwa in Bielefeld statt.

Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund: „Felix Wolfes – Wiederbegegnung mit Leben und Werk eines in Dortmund wirkenden jüdischen Komponisten“

Anlässlich des 50. Todestages des Komponisten Felix Wolfes bespielt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund am 28. März 2021 einen Tag lang verschiedene Stationen mit Interventionen zu Lebensgeschichte und Werk des ehemaligen Direktors der Oper an den Städtischen Bühnen Dortmund. Aus seinem engen Austausch mit Lehrern und Kollegen wie Max Reger, Richard Strauß, Hans Pfitzner, Bruno Walter und Wilhelm Furtwängler geben rezitierte Briefe Aufschluss über das Leben des jüdischen Kulturakteurs, der nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Frankreich fliehen konnte und später in die USA immigrierte.

Landschaftsverband Rheinland (LVR), MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier, Köln, in Kooperation mit der LWL-Kulturstiftung, Münster: Wanderausstellung "Menschen, Bilder, Orte - 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln hat eine Ausstellung konzipiert, die mit vier multimedialen Ausstellungskuben im nächsten Jahr durch NRW tourt: Sie startet in der Alten Synagoge – Haus jüdischer Kultur in Essen (März bis April 2021), geht in das LWL-Landeshaus in Münster (Mai bis Juni 2021) und in das LVR-Landeshaus in Köln (Juli bis August 2021) und macht Station im LVR-Niederrheinmuseum in Wesel (Mitte August bis Mitte Oktober 2021) und im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund (Mitte Oktober bis Dezember 2021). Anfangspunkt der Ausstellung ist das von Kaiser Konstantin im Jahr 321 erlassene Dekret, das den Provinzhauptstädten im Römischen Imperium die Berufung von Juden in den Stadtrat gestattete. Als älteste erhaltene Quelle weist es auf die Existenz von Juden im deutschsprachigen Raum hin. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen bedeutende und weniger bekannte Persönlichkeiten: Ihre Lebenswege spiegeln markante Ereignisse und Epochen jüdischer Geschichte in Deutschland wider. In den Themen: „Recht und Unrecht“, „Leben und Miteinander“, „Religion und Geistesgeschichte“, „Gesichter, Geschichten und Gefühle“ werden die 1.700-jährige Geschichte und Geistesgeschichte des Judentums in Deutschland erfahrbar.

Literaturkommission für Westfalen, Münster: Szenische Lesungen „Um zu erleben, was Geschichte ist, muss man Jude sein“. Die deutsch-jüdische Schriftstellerin Jenny Aloni (1917-1993)

Szenische Lesungen zum Werk der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Jenny Aloni (1917-1993) organisiert die Literaturkommission für Westfalen im Frühjahr nächsten Jahres. An acht Orten in Westfalen-Lippe und im angrenzenden Rheinland liest der Schauspieler und Rezitator Carsten Bender aus Gedichten, Erzählungen und Romanen der bedeutenden deutschsprachigen Schriftstellerin, die 1939 nach Israel emigrierte.

LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster: Medienprojekt für Schulen „Jüdisch hier - mediale Spurensuche in Westfalen“

„Jüdisch hier – mediale Spurensuche in Westfalen“ ist ein Entdeckerprojekt des LWL-Medienzentrums für Schüler*innen. Gemeinsam mit Museen, Gedenkstätten, Archiven und kommunalen Medienzentren erkunden sie jüdische Vergangenheit und Gegenwart im eigenen Ort. Dabei erfahren sie nicht nur, wie lebendig und vielfältig jüdisches Leben ist, sondern entdecken auch die Geschichte ihrer Stadt neu. Die Ergebnisse werden in kreativen Medienprodukten dokumentiert. So entstehen virtuelle Eindrücke zu jüdischem Leben – überall in Westfalen.

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster: Podcast-Serie "Menschenherz und Meeresboden sind unergründlich. Jüdische Geschichten aus Münster"

In einer lebendigen und intensiven Mischung aus Reportage, Recherchebericht und Hörspiel stellt der Podcast „Menschenherz und Meeresboden sind unergründlich“ in sechs Episoden jüdische Menschen und Orte jüdischen Lebens in Münster vor – sechs Geschichten aus der Gegenwart und der Vergangenheit. Ein jüdischer Beirat steht bei der Auswahl der Inhalte zur Seite. Die Themen reichen vom jüdischen Mediziner und Kunstsammler Alexander Haindorf (1784 – 1862) über die Forschung zur NS-Raubkunst bis hin zu der Installation „Stolpersteine“ des israelischen Gegenwartskünstlers Ariel Schlesinger. Die Schauspielerin und Kunstvermittlerin Inès von Patow ist die Stimme des Podcasts und wird die Geschichten zusammen mit Gästen erzählen.

LWL-Preußenmuseum Minden, Minden: Ausstellung „Jüdisch? Preußisch? Oder was? Beziehungen und Verflechtungen im 18. und 19. Jahrhundert“

Kaum ein Thema könnte im Moment in Deutschland gesellschaftspolitisch relevanter sein. Das zeigen die immer offener zu Tage tretenden Anfeindungen gegenüber Juden und Jüdinnen der letzten Monate. Sie bringen Themen wie Zugehörigkeit, Herkunft und Diversität in unserer Gesellschaft in die Diskussion. Die Ausstellung (11.11.2021-11.09.2022) im LWL-Preußenmuseum Minden betont deshalb schon im Titel die Kategorie der Zugehörigkeit. Wer sollte und durfte in Preußen jüdisch sein? Konnte die Antwort auf die Fragen „Jüdisch? Preußisch?“ gar „Beides!“ lauten?

Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, Essen: Jüdische Friedhöfe im Landkreis Höxter

27 kleine jüdische Friedhöfe sind heute noch im Kreis Höxter erhalten. Die Lebensgeschichten der Menschen, die hier begraben liegen, können tiefe Einblicke in die wechselvolle deutsch-jüdische Geschichte ermöglichen. Im Jubiläumsjahr 2021 soll dieses reiche Kulturerbe durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut erforscht werden. Das kann nur gelingen, wenn die unterschiedlichsten Expert*innen vor Ort aktiv und auf Augenhöhe eingebunden werden. Das Projekt hat so auch das Ziel, Schritt für Schritt ein Netzwerk zur westfälisch-jüdischen Geschichte in einer ländlichen Region aufzubauen. Durch ein solches Netzwerk können die Friedhöfe nachhaltig zu Lernorten werden. Drei Veranstaltungen im Herbst 2021 erschließen dezentral mit einem jeweils regionalen Ausschnitt den gesamten Kreis Höxter. Das Programm sieht Vorträge über die Arbeit des Steinheim-Instituts, eine Präsentation des Jüdischen Museums Westfalen, viel Zeit zur Vorstellung örtlicher Akteure und zum Kennenlernen vor.

Stadtarchiv der Stadt Unna: Spurensuche zur digitalen Auffindbarkeit – Website und Veranstaltungsreihe zu den Lebenswegen Unnaer Jüdinnen und Juden

Eine für Korrekturen und Ergänzungen offene Website mit dem Ziel, die Biografien möglichst aller in Unna zurzeit des NS lebenden Jüdinnen und Juden auf einer Website zu dokumentieren, kann dazu beitragen, die Vielfalt jüdischen Lebens und Leidens einer breiten, alle Teile der Bevölkerung umfassenden Öffentlichkeit, darunter vor allem Schüler*innen, leicht zugänglich zu machen. Die durch den ehrenamtlich tätigen „Arbeitskreis Spurensuche“ (VHS Unna in Kooperation mit dem Stadtarchiv Unna) weitestgehend bereits erforschten Biografien der Menschen sollen mit einordnenden Begleittexten, Kartenabbildungen und lokalen wie überregionalen Bezügen veröffentlicht werden.

Stadt Gelsenkirchen, Kulturraum "die flora", Gelsenkirchen: Kammerkonzertreihe "Wie sich die Zeit verzweigt“

Die Kammerkonzertreihe vom Kulturraum "die flora" umfasst insgesamt sieben Konzerte in Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bochum. Mit einer Verankerung im 19. Jahrhundert – Felix Mendelssohn-Bartholdy und Gustav Mahler – wirft die Konzertreihe Schlaglichter auf die kulturellen Epochen vor dem 1. Weltkrieg, zwischen den Kriegen und nach dem 2. Weltkrieg bis in die heutige Zeit.

Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Lichtenau: Konzert "In der Bar zum Krokodil - Jüdische Lieder und Schlager in Deutschland. Peter Lohmeyer und Syndikat Gold"

Ein literarisch-musikalischer Abend (19.06.2021) zur jüdischen Schlager- und Liedtradition der goldenen Ära Anfang des 20. Jahrhunderts bereichert das Festival Sommernachtslieder im Kloster Dalheim. Damals zählten jüdische Schlager zum Populärsten, was die deutsche Musik zu bieten hatte. „Lieder wie ‚Ein Freund, ein guter Freund‘, ‚Das gibt‘s nur einmal, das kommt nicht wieder‘ und ‚In der Bar zum Krokodil‘ gehören bis heute untrennbar zur jüdisch-deutschen Kulturgeschichte“, erläutert Museumdirektor Dr. Ingo Grabowsky: „Ganz Deutschland summte, sang und tanzte damals nach diesen Liedern – bis die Verheerungen der NS-Zeit der jüdischen Schlagerkultur in Deutschland ein grausames Ende setzten.“  Zusammen mit dem Schauspieler Peter Lohmeyer würdigt das Syndikat Gold, ein Quartett bestehend aus Absolventinnen und Absolventen der Hochschule für Musik Detmold, die frivol-philosophischen Klassiker auf unterhaltsame Weise. Lohmeyer, u.a. bekannt als Hauptkommissar Jan Fabel und aus Filmen wie „Das Wunder von Bern“ liest ausgewählte Texte, die in einen spannungsreichen Dialog mit den unvergessenen Schlagern treten. Mehr Informationen zu Programm und Tickets finden Sie hier.

Theater im Pumpenhaus, Münster: Tanz- und Performance-Festival "ISRAEL IS REAL"

Das Theater im Pumpenhaus (Mittelzentrum Tanz NRW) und das dort residierende bodytalk Tanztheater (Exzellenzförderung Tanz in NRW) feiern mit dem Festival ISRAEL IS REAL im November ihre langjährigen Verbindungen mit Tanz- und Performance-Künstler:innen aus Israel und verstetigen damit einhergehend ihre Auseinandersetzungen mit „Jüdischem Leben in Deutschland“. Den Zuschauer*innen wird innerhalb von sieben Tagen und Nächten ein vielschichtiges Programm geboten mit Tanz- und Performance-Künstler*innen aus Israel und Deutschland. Ein Vermittlungsprogramm eröffnet auf verschiedene Weisen Zugänge zu den Aufführungen, beispielsweise durch niedrigschwellige Gaga-People-Tanzworkshops.

Verein für jüdische Geschichte und Religion e.V., Dorsten, Filmprojekt „#jüdisch“

Als Einführungsfilm im Museum soll der 20- bis 30-minütige Film die Vielfalt des heutigen jüdischen Lebens vermitteln und ergänzt damit die Ausstellung des 1992 eröffneten Hauses. Die Aufarbeitung von Themen wie Freizeitgestaltung jüdischer Jugendlicher, jüdische Feiertage und Selbstbild im Alltag in Westfalen und der Welt vermitteln den Alltag jüdischen Lebens. Mehrere Tracks zeigen sowohl dokumentarische Szenen, animierte Fotos und historische Originaltöne als auch Zeichentrick-Sequenzen. Als eigenständiger Film gedacht, wirkt er auch ohne den unmittelbaren Kontext zur Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen in Dortsten.

Verein für Jüdische Geschichte und Religion e.V.  / Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten: Veranstaltungsreihe "Jüdische Kulturtage am JMW“

Im Sommer 2021 plant das Jüdische Museum Westfalen eine Veranstaltungsreihe, die das vielfältige Kulturschaffen in Deutschland sowie die künstlerische Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte und Kultur der Region Westfalen-Lippe sichtbar macht. Es wird ein Schwerpunkt auf das Engagement von jüdischen Nachwuchskünstler*innen gelegt, die den Großteil des Programms bestreiten werden. Die Reihe soll traditionellere Kunstformen wie auch innovative und popkulturelle Veranstaltungen (z.B. Poetry Slam, Comedy, digitale Projekte) umfassen.

Vorlesebande e.V., Paderborn: Multimedia-Projekt "Blickwinkel Jugend – Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe"

Das Projekt der Vorlesebande Paderborn zielt auf die Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Texterzeugnissen ab, die jüdisches Leben in der Region Westfalen-Lippe thematisieren. Im Fokus steht dabei die Arbeit mit jungen Leuten im Alter von 14 bis 25 Jahren, die sich im Rahmen von Schreibworkshops, Theaterworkshops und verschiedenen zu produzierenden Poetry-Videoclips mit dem Themenfeld befassen

⇑ Zum Seitenanfang

Projektübersicht Förderprogramm "2021: Jüdisches Leben in Deutschland" der LWL-Kulturstiftung

20210111_Alle 24 Projekte zum Förderprogramm JL im Überblick.pdf


DAS JUBILÄUM

Seit 1.700 Jahren leben Jüdinnen und Juden nachweislich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Am 11. Dezember 321 erlässt der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, das festlegt, dass Juden städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Diese Urkunde belegt eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger, integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Eine frühmittelalterliche Handschrift dieses Dokuments befindet sich heute im Vatikan und ist Zeugnis der mehr als 1.700 Jahre alten jüdischen Geschichte in Deutschland und Europa. So wirkt anlässlich dieses Datums von Köln ausgehend das Themenjahr „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“ mit Veranstaltungen, Diskussionen und Ausstellungen in die gesamte Bundesrepublik.

⇑ Zum Seitenanfang


KOOPERATIONSPARTNER

Initiator des Projektes ist der in Köln ansässige Verein „321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, als dessen Partner tragen die LWL-Kulturstiftung und der Landschaftsverband Rheinland dieses Themenjahr in die Regionen Westfalen-Lippe und Rheinland. „Nur gemeinsam mit vielen Einrichtungen, Organisationen und Aktionen, die Metropolen ebenso wie ländliche Regionen erreichen, können wir ein sichtbares und wirkungsvolles Zeichen setzen gegen antisemitische und fremdenfeindliche Positionen“, erläutert Matthias Löb, Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung und LWL-Direktor, die Teilnahme an dem Themenjahr.

⇑ Zum Seitenanfang


PRESSEMITTEILUNGEN UND -KONTAKT

10.09.2020
Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe. Förderschwerpunkt der LWL-Kulturstiftung trifft auf großes Interesse

18.05.2020
LWL-Kulturstiftung setzt Förderschwerpunkt für Themenjahr

 

Pressekontakt

Anja Tomasoni
Tel.: 0251 591-6929
Mail: anja.tomasoni(at)lwl-kulturstiftung.de

⇑ Zum Seitenanfang


PRESSESTIMMEN

Viele Veranstaltungen zum jüdischen Festjahr 2021, Jüdische Allgemeine, 01.12.2020

Wanderausstellung und Projekte zum Themenjahr 2021 "Jüdisches Leben in Deutschland", Westfalen-Blatt, 02.12.2020

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, Westfalenspiegel, 01.12.2020

Themenjahr soll jüdisches Leben in NRW sichtbar machen, Westfälische Nachrichten, 01.12.2020

Förderung für Woche der Brüderlichkeit, Siegener Zeitung, 02.12.2020

⇑ Zum Seitenanfang


KONTAKT

Projektberatung "2021: Jüdisches Leben in Deutschland"

Ute Lass
(erreichbar: montags, donnerstags, freitags)
Tel.: 0251 591-6951
E-Mail: ute.lass(at)lwl-kulturstiftung.de

Anja Tomasoni
Tel.: 0251591-6929
E-Mail: anja.tomasoni(at)lwl-kulturstiftung.de

 

⇑ Zum Seitenanfang