Projekt: RESET*Landpartie | Foto: Markus Poguntke-Rauer 2019

ALLE GEFÖRDERTEN PROJEKTE DER ANTRAGSRUNDE 2020-02

Dampfross e.V., Steinfurt: Veranstaltungsreihe "Spurensuche_n kulinarisch – Wie schmeckt(e) jüdische Küche im Münsterland", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Im Rahmen von „Spurensuche_n kulinarisch“ begegnen Interessierte im Münsterland der jüdischen Kochkultur. Koch-Workshops widmen sich jüdischen Rezepten – nach Möglichkeit mit lokalem Bezug. Dabei stehen auch Aspekte wie jüdische Feiertage und damit verbundene Speisen oder die Kaschrut-Gesetze (Regeln für die Zubereitung von koscheren Speisen) im Blickpunkt. Durch Zusammenarbeit mit den örtlichen Akteuren (Archiven, Initiativen, Vereinen, jüdischen Gemeinden) werden die Workshops z.B. um Vorträge, Lesungen oder Filmvorführungen erweitert.

Evangelische Stadtakademie Bochum e.V., Bochum: Veranstaltungsreihe "Musik und Kultur in westfälischen Landsynagogen", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Die Veranstaltungsreihe widmet sich den wenigen erhaltenen Landsynagogen in Westfalen. Von Bochum aus werden Exkursionen angeboten nach Borgentreich-Borgholz, Coesfeld, Drensteinfurt, Gronau-Epe, Hagen-Hohenlimburg, Neheim, Petershagen und Selm-Bork. Eingeladen sind ebenfalls Teilnehmende aus der jeweiligen Region, insbesondere auch jüdische Menschen. Jeder Termin umfasst ein Konzert und eine literarische Veranstaltung, dazu einen Besuch mit Führung in der Landsynagoge, eine Ortsbegehung auf jüdischen Spuren sowie eine Bewirtung aus der jüdischen Küche. Das Programm wird mit Verantwortlichen vor Ort geplant.

Förderkreis Alte Synagoge Epe e.V., Gronau: Konzertreihe "Nicht nur Klezmer - Vielfalt erleben. Jüdische Musik von der Romantik bis heute“, gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Geplant ist eine aus mehreren Modulen bestehende und überörtlich ausgerichtete Veranstaltungsreihe, die jüdische Künstler*innen und jüdische Musik der letzten 200 Jahre in den Mittelpunkt stellt. Ziel des Projektes ist es, Menschen für die Vielfalt und den Reichtum der jüdischen Kultur zu sensibilisieren und über das Medium Musik einen Zugang zum Judentum zu ermöglichen. Neben Konzerten, Filmvorführungen und Vorträgen im Rahmen eines zweitägigen Symposiums „Jüdische Popmusik“ werden auch partizipative Projekte in Schulen angeboten. Der Förderkreis Alte Synagoge Epe in Gronau schnürt ein Netzwerk von rund acht Partnern, sowohl aus der Kultur (rock`n`popmuseum, Kulturbüro Gronau, Jüdisches Museum Westfalen, Landemusikakamdemie Heek) als auch aus der Bildung und Vermittlung (Europäisches Zentrum für Jüdische Musik in Hannover, Euregio-VHS Gronau, Musikschule Gronau) und bindet die jüdische Gemeinschaft der Grenzregion ein. ie traditionelle Gronauer „Woche der Erinnerung“ zum Gedenken an die Pogromnacht wird in das Projekt einbezogen.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland e.V., Siegen: Ausstellung und Begleitprogramm zur Siegener Woche der Brüderlichkeit, gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Am Sonntag, 28.02.21, 16 Uhr findet die Eröffnung der Siegener Woche der Brüderlichkeit statt. In der Städtischen Galerie Haus Seel zeigt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, gemeinsam mit Kultur Siegen, die Ausstellung „Speaking Art“. Die Kunstwerke israelischer Kinder und Jugendlicher, transportieren Gedanken, Erfahrungen, Freuden und Sorgen. Das Künstlerehepaar Anat und Ehud Shamai, das die Werke über 33 Jahre gesammelt hat, kommt aus dem israelischen Partnerkreis Emek Hefer. Die Ausstellung wird bis 28.03.21 gezeigt. Das Projekt findet digital statt.

Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums e.V., Minden: Kooperationsprojekt zur Wanderausstellung "Synagogen in Deutschland - eine virtuelle Rekonstruktion", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Das Mindener Museum zeigt 2021 die Wanderausstellung „Synagogen in Deutschland – eine virtuelle Rekonstruktion“, die von der TU Darmstadt konzipiert wurde. Darin werden 20 Synagogen, u.a. aus Berlin, München, Hannover, Paderborn, durch Computer-Rekonstruktionen sicht- und erlebbar. Virtual Reality ist besonders für Jugendliche und junge Erwachsene ein gelungener, moderner Zugang, um sich über die vielfältige 1.700jährige jüdische Kultur in Deutschland zu informieren. In Minden wird die Wanderausstellung um eine virtuelle Rekonstruktion und einen 3D-Druck der 1938 zerstörten Mindener Synagoge und der noch heute weitgehend erhaltenen Landsynagoge Petershagen ergänzt. Eine Broschüre zur historischen Bildungsarbeit sowie ein Begleit- und Vortragsprogramm flankierne die Ausstellung. Um dieses projekt zu realisieren, haben sich sechs regionale Kooperationspartner (Jüdische Kultusgemeinde Minden und Umgebung, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e.V., AG Alte Synagoge Petershagen e.V., Mindener Geschichtsverein e.V., LWL-Preußenmuseum Minden) unter Federführung der Gesellschaft zur Förderung des Mindener Museums e.V. zusammengefunden.

HELLWEG - ein LICHTWEG e.V., Unna: 5. Nacht der Lichtkunst "Hellweg meets Niederlande"

Unter dem Motto „HELLWEG meets Niederlande“ organisiert die Stadt Unna die in der Hellweg-Region überörtlich ausgerichtete 5. Nacht der Lichtkunst. Niederländische Lichtkünstlerinnen und Lichtkünstler werden sich jeweils mit temporären Lichtkunstwerken mit einem in der Region bereits vorhandenen Werk in den Dialog begeben. Der Licht-Parcours „Dutch DE(LIGHT) des Lichtkunstzentrums in Unna, der Teil der Jubiläumsausstellung des Museums ist, wird in die 5. Nacht der Lichtkunst eingebunden.

Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, Gelsenkirchen: Kooperationsprojekt "Jüdisches Leben in der westfälischen Industriestadt Gelsenkirchen", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Vor über 150 Jahren wurde in den 1870er Jahren in Gelsenkirchen eine selbstständige Synagogen-Gemeinde gegründet. Dieses Jubiläum wird zum Anlass genommen, um ein umfangreiches Kultur- und Geschichtsprogramm auf die Beine zu stellen. Das Teilprojekt „Jüdisches Leben in der westfälischen Industriestadt Gelsenkirchen“ ist in das Gesamtvorhaben eingebettet. Geschichte und Gegenwart jüdischer Existenz in Gelsenkirchen und die damit verbundenen Herausforderungen sollen u.a. mittels einer Wanderausstellung, Vorträgen und Diskussionsrunden sowie Führungen durch die Alte und neue Synagoge sichtbarer gemacht und Interesse am Jüdischen Leben geweckt werden.

Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld, Bielefeld: Klanginstallation "selbstverständlich - mit leerstellen", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

selbstverständlich – mit leerstellen ist eine Klanginstallation von Marcus Beuter für den öffentlichen Raum. In Bielefeld und Unna wird die Installation an jeweils zwei Orten zu hören sein: Jeweils in der Synagoge und an einem öffentlichen Ort. Jüdisches Leben ist in Deutschland seit über 1700 Jahren selbstverständlich. Es gehört zum hiesigen Kulturkreis dazu und bereichert damit die Vielschichtigkeit der Gesellschaft. Es ist aber auch ebenso Teil der Geschichte, dass jüdisches Leben immer wieder unterdrückt wurde, dass es Gewalt gegen jüdische Gemeinden und Mitbürger gab bis hin zu dem Versuch das jüdische Leben in ganz Europa zu vernichten. Der Holocaust hat Leerstellen hinterlassen. Leerstellen, die weit über den unfassbaren Verlust jedes einzelnen Menschen hinausgehen. Leerstellen in unserer Kultur, in unserer Gesellschaft. Die Klanginstallationen in den Synagogen Bielefeld und Unna geben die Möglichkeit sich ganz auf das Kunstwerk einzulassen. Während sie im öffentlichen Raum in den Alltag intervenieren.

Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld, Bielefeld: "Mein blaues Klavier" - Vertonungen von Gedichten von Else Lasker-Schüler, gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Die jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945) gilt als wichtige Vertreterin des deutschsprachigen Expressionismus. Ihr Werk ist ein exemplarisches Beispiel für den Beitrag jüdischer Menschen zum kulturellen Erbe in Deutschland. Der freischaffende, seit 2000 in Bielefeld ansässige Komponist Bernd Wilden wird vier bis sieben Gedichte Lasker-Schülers für Kammerorchester und zwei Gesangssolistinnen und -solisten vertonen. Die Uraufführung findet am 26. September 2021 in der Synagoge Beit Tikwa in Bielefeld statt, eine weitere Aufführung am 29. September 2021 im Konzerthaus Detmold.

Kloster Bentlage, Rheine: Theaterprojekt "KING'S MEN spielen Hamlet"

Mit «Hamlet» präsentiert das Deutsch-Niederländische Ensemble KING’S MEN ihre dritte Shakespeare Inszenierung – wieder als Open-Air-Theater an außergewöhnlichen Orten im Grenzgebiet. Basis für die Planungsphase und Probenzeit ist das Kloster Bentlage in Rheine. In der Bearbeitung der Regisseurin Silvia Andringa entsteht ein Text, der fließend und scheinbar mühelos zwischen den Sprachen wechselt. Die Mehrsprachigkeit ist so inszeniert, dass die Zuschauenden keine Untertitel brauchen. Je verstaat niet alles, maar begrijpt wél alles. Und der Rest ist Schweigen.  Alle Rollen werden, ganz in elisabethanischer Tradition, nur von Männern gespielt in diesem Stück, in dem die Ordnung der Dinge, die Integrität der Mutter, Hamlets Beziehung zu Ophelia, seine Freunde, seine Rolle in der Gesellschaft und die eigene Persönlichkeit – eben alles – in Frage gestellt wird. Dabei kommt in dem schnellen, kraftvollen Spiel der Spaß nicht zu kurz!

Kulturkooperative Münster e.V., Münster: Theaterreihe "Theater der blauen Inseln"

Das „Theater der blauen Inseln“ stellt die Teilhabe und den Fortgang der kulturellen Bildung für Kinder und Familien in den aktuell schwierigen Corona-Zeiten sicher. Das Aufführungsangebot richtet sich an alle Grundschulen, Förderschulen (Primarbereich), Kindertagesstätten, Initiativen und Freizeithäuser im gesamten Münsterland. Angepasst an die jeweils geltenden Einschränkungen sind auch mehrere Aufführungen mit jeweils wenigen Kindern vor Ort möglich. Das Angebot gilt sowohl für drinnen als auch draussen. Je nach Wunsch können aus dem reichhaltigem Repertoire der 3 unterschiedlichen Theater die Vorstellung/en ausgewählt werden. Die Bühnenausstattung und die Technik werden komplett mitgebracht. Die finanzielle Unterstützung diverser Förderer ermöglicht eine flexible, individuelle und kostengünstige Durchführung für die teilnehmenden Institutionen. Das Krokodiltheater, Figurentheater Hille Pupille und Theater Don Kidschote haben sich dafür zusammengeschlossen.

Kulturring Sundern e.V., Sundern: Konzertreihe "Matinee im Grünen"

Musik soll dort stattfinden, wo sich die Menschen am wohlsten fühlen. Die „Matinee im Grünen“ baut auf dieser Idee auf und präsentiert die Musik an dem Ort, wo sich jedermann gerne wohl fühlt – dem eigenen Garten. Im familiären Ambiente und ohne starre Konventionen entwickelt die Musik eine dynamische Freiheit, die aus Bekannten neue Freunde macht und selbst die Distanz zwischen Künstler und Zuhörer überbrückt. Ein lebendiges Ereignis für alle Beteiligten, das Offenheit, Vertrauen und Mut fordert, Fremde Menschen bei sich zu Hause zu empfangen und seinen Garten für eine kurze Zeit zu einem Ort der öffentlichen Begegnung zu machen.Wenn die „strukturschwachen“ ländlichen Regionen der anonymen Großstadt etwas voraus hat, dann die Erfahrung, dass die Tugenden Gastfreundschaft und Kontaktfreudigkeit innerhalb und außerhalb der Dorfgemeinschaften sich lohnen. Dem Gedanken, dass Hochkultur und Internationale klasse genau dorthin gehört, wo sie Relevant ist - im Alltag der Menschen, bei ihnen zu Hause, verschreibt sich die „Matinee im Grünen“, um preisgekrönte, hochkarätige und international renommierte Künstler zu den Menschen zu bringen.

Landesmusikakademie NRW, Heek: Klangkunst-Festival "Soundseeing 2021"

Außergewöhnliche Klänge an münsterländischen Kulturorten, das zeichnet das bundesweit einmalige Klangkunstfestival SOUNDSEEING schon seit mehr als 12 Jahren aus. Das kooperative spartenübergreifende Festival ermöglicht mit seinem Zusammenspiel von Ausstellungen, Performances, Konzerten und Workshops von hoher künstlerischer Qualität ein tiefes sinnliches Erleben von Klängen im Raum. 2021 gastieren international bekannte Künstler wie Michael Bradke, Elisabeth Coudoux, Frauke Eckhardt, Christian Faubel, Peter Kiefer, Jan Klare, Till Kniola, Christina Kubisch, Dodo Schielein, Christoph Schläger, Ralf Schreiber, SPLASH, Erwin Stache, Talking Horns, Tina Tonagel u.a. Sämtliche Künstler*innen lassen sich mit allen Mitteln der Klangkunst auf die besonderen Kulturorte ein und verzaubern sie mit ihren raumfüllenden Klanginstallationen, poetischen Objekten, experimentellen Workshops und neuartigen Instrumenten. Kurator ist Prof. Stephan Froleyks (Musikhochschule Münster), Träger die Landesmusikakademie NRW, Partner das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, cuba-cultur (Münster), Stadt Bocholt und LWL-Industriemuseum TextilWerk, Kunstverein Münsterland (Coesfeld), rock’n‘popmuseum (Gronau), Kloster Bentlage (Rheine), Burg Vischering (Lüdinghausen), Kulturgut Nottbeck (Oelde) und Eiskeller Altenberge.

Landschaftsverband Rheinland (LVR), MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier, Köln, in Kooperation mit der LWL-Kulturstiftung, Münster: Wanderausstellung "Menschen, Bilder, Orte – 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln hat eine Ausstellung konzipiert, die mit vier multimedialen Ausstellungskuben im nächsten Jahr durch NRW tourt: Sie startet in der Alten Synagoge – Haus jüdischer Kultur in Essen (März bis April 2021), geht in das LWL-Landeshaus in Münster (Mai bis Juni 2021) und in das LVR-Landeshaus in Köln (Juli bis August 2021) und macht Station im LVR-Niederrheinmuseum in Wesel (Mitte August bis Mitte Oktober 2021) und im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund (Mitte Oktober bis Dezember 2021). Anfangspunkt der Ausstellung ist das von Kaiser Konstantin im Jahr 321 erlassene Dekret, das den Provinzhauptstädten im Römischen Imperium die Berufung von Juden in den Stadtrat gestattete. Als älteste erhaltene Quelle weist es auf die Existenz von Juden im deutschsprachigen Raum hin. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen bedeutende und weniger bekannte Persönlichkeiten: Ihre Lebenswege spiegeln markante Ereignisse und Epochen jüdischer Geschichte in Deutschland wider. In den Themen: „Recht und Unrecht“, „Leben und Miteinander“, „Religion und Geistesgeschichte“, „Gesichter, Geschichten und Gefühle“ werden die 1.700-jährige Geschichte und Geistesgeschichte des Judentums in Deutschland erfahrbar.

LWL-Industriemuseum. Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Dortmund: Sonderausstellung "(Post)Koloniale Verflechtungen"

Das LWL-Industriemuseum. Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur (Dortmund) ist ein Verbundmuseum, das acht Orte der Industriegeschichte umfasst. Ab Mitte 2023 soll eine umfassende Schau (mit dezentralem Begleitprogramm) zu sehen sein, die sich kritisch mit globalen und regionalen (post)kolonialen Phänomenen und Verflechtungen auseinandersetzt.

LWL-Kulturabteilung, Münster in Kooperation mit dem Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft, Bonn: Broschüren-Reihe "Zukunftsthemen der Transformation: Digitalität - Agilität - Diversität"

Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft und die Kulturabteilung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) konzipieren und publizieren im Rahmen des geförderten Projekts eine dreiteilige Broschüren-Reihe zur Sensibilisierung von Kulturakteur*innen für eine innovationsorientierte Kulturpolitik. Die Reihe soll den Diskurs über dringend notwendige Transformationen im Kulturbereich – im Hinblick auf die übergeordneten Zukunftsthemen Agilität, Digitalität & Diversität – stärken, in die Breite tragen und neue Leitbilder für kulturpolitische Forderungen und Förderungen definieren. Ziel der Broschürenreihe und dem damit verbundenen Wissenstransfer ist die Professionalisierung von Kulturpolitiker*innen, Kulturverwaltung und Kulturpraxis (Kulturschaffende und Kulturförderer) in Westfalen-Lippe und darüber hinaus.

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster: Podcast-Serie "Menschenherz und Meeresboden sind unergründlich. Jüdische Geschichten aus Münster", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

In einer lebendigen und intensiven Mischung aus Reportage, Recherchebericht und Hörspiel stellt der Podcast „Menschenherz und Meeresboden sind unergründlich“ in sechs Episoden jüdische Menschen und Orte jüdischen Lebens in Münster vor – sechs Geschichten aus der Gegenwart und der Vergangenheit. Ein jüdischer Beirat steht bei der Auswahl der Inhalte zur Seite. Die Themen reichen vom jüdischen Mediziner und Kunstsammler Alexander Haindorf (1784 – 1862) über die Forschung zur NS-Raubkunst bis hin zu der Installation „Stolpersteine“ des israelischen Gegenwartskünstlers Ariel Schlesinger. Die Schauspielerin und Kunstvermittlerin Inès von Patow ist die Stimme des Podcasts und wird die Geschichten zusammen mit Gästen erzählen.

Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, Essen: Jüdische Friedhöfe im Landkreis Höxter, gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

27 kleine jüdische Friedhöfe sind heute noch im Kreis Höxter erhalten. Die Lebensgeschichten der Menschen, die hier begraben liegen, können tiefe Einblicke in die wechselvolle deutsch-jüdische Geschichte ermöglichen. Im Jubiläumsjahr 2021 soll dieses reiche Kulturerbe durch das Salomon Ludwig Steinheim-Institut erforscht werden. Das kann nur gelingen, wenn die unterschiedlichsten Expert*innen vor Ort aktiv und auf Augenhöhe eingebunden werden. Das Projekt hat so auch das Ziel, Schritt für Schritt ein Netzwerk zur westfälisch-jüdischen Geschichte in einer ländlichen Region aufzubauen. Durch ein solches Netzwerk können die Friedhöfe nachhaltig zu Lernorten werden. Drei Veranstaltungen im Herbst 2021 erschließen dezentral mit einem jeweils regionalen Ausschnitt den gesamten Kreis Höxter. Das Programm sieht Vorträge über die Arbeit des Steinheim-Instituts, eine Präsentation des Jüdischen Museums Westfalen, viel Zeit zur Vorstellung örtlicher Akteure und zum Kennenlernen vor.

Schmallenberger Sauerland Tourismus GmbH, Schmallenberg: Entwicklungsprozess und Handlungskonzept "Wege zum Leben. In der Digitalen Transformation" im Rahmen der Regionale 2025

Die Digitale Transformation schafft Herausforderungen, die auch ethische Antworten erfordern. Das Netzwerk „Wege zum Leben. In Südwestfalen.“ konzipiert in einem gemeinsamen Prozess mit Akteuren aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen innovative kulturelle Angebote und Räume, in denen sich die Menschen wissenschaftlich, spirituell und experimentell mit den als belastend empfundenen Auswirkungen der Digitalisierung auseinandersetzen können. Sie erarbeiten die Ziele, Formate und Inhalte für vier neue Kulturangebote in Südwestfalen: das „Denk-Labor analog-digital“, das „Digital-Unplugged Festival“, die „Kontrasträume für neue Erfahrungen“ und die „Erzählenden Orte“. Die Angebote nutzen das Potential der Landschaft und der kulturellen Vielfalt in SWF und lassen - neben der allgegenwärtigen Vernetzung - die spirituelle Qualität der Verbundenheit erfahrbar werden. Das Handlungskonzept ist die Grundlage für die weitere Qualifizierung des Projekts im Rahmen der Regionale 2025.

Stadtarchiv der Stadt Unna: Spurensuche zur digitalen Auffindbarkeit – Website und Veranstaltungsreihe zu den Lebenswegen Unnaer Jüdinnen und Juden, gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Eine für Korrekturen und Ergänzungen offene Website mit dem Ziel, die Biografien möglichst aller in Unna zurzeit des NS lebenden Jüdinnen und Juden auf einer Website zu dokumentieren, kann dazu beitragen, die Vielfalt jüdischen Lebens und Leidens einer breiten, alle Teile der Bevölkerung umfassenden Öffentlichkeit, darunter vor allem Schüler*innen, leicht zugänglich zu machen. Die durch den ehrenamtlich tätigen „Arbeitskreis Spurensuche“ (VHS Unna in Kooperation mit dem Stadtarchiv Unna) weitestgehend bereits erforschten Biografien der Menschen sollen mit einordnenden Begleittexten, Kartenabbildungen und lokalen wie überregionalen Bezügen veröffentlicht werden.

Stadt Gelsenkirchen, Kulturraum "die flora", Gelsenkirchen: Kammerkonzertreihe "Wie sich die Zeit verzweigt", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland"

Die Kammerkonzertreihe vom Kulturraum "die flora" umfasst insgesamt sieben Konzerte in Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bochum. Mit einer Verankerung im 19. Jahrhundert – Felix Mendelssohn-Bartholdy und Gustav Mahler – wirft die Konzertreihe Schlaglichter auf die kulturellen Epochen vor dem 1. Weltkrieg, zwischen den Kriegen und nach dem 2. Weltkrieg bis in die heutige Zeit.

Theater im Pumpenhaus, Münster: Tanz- und Performance-Festival "ISRAEL IS REAL", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Das Theater im Pumpenhaus (Mittelzentrum Tanz NRW) und das dort residierende bodytalk Tanztheater (Exzellenzförderung Tanz in NRW) feiern mit dem Festival ISRAEL IS REAL im November ihre langjährigen Verbindungen mit Tanz- und Performance-Künstler:innen aus Israel und verstetigen damit einhergehend ihre Auseinandersetzungen mit „Jüdischem Leben in Deutschland“. Den Zuschauer*innen wird innerhalb von sieben Tagen und Nächten ein vielschichtiges Programm geboten mit Tanz- und Performance-Künstler*innen aus Israel und Deutschland. Ein Vermittlungsprogramm eröffnet auf verschiedene Weisen Zugänge zu den Aufführungen, beispielsweise durch niedrigschwellige Gaga-People-Tanzworkshops.

Verein für Jüdische Geschichte und Religion e.V.  / Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten: Veranstaltungsreihe "Jüdischer Kultursommer", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Im Sommer 2021 plant das Jüdische Museum Westfalen eine Veranstaltungsreihe, die das vielfältige Kulturschaffen in Deutschland sowie die künstlerische Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte und Kultur der Region Westfalen-Lippe sichtbar macht. Es wird ein Schwerpunkt auf das Engagement von jüdischen Nachwuchskünstler*innen gelegt, die den Großteil des Programms bestreiten werden. Die Reihe soll traditionellere Kunstformen wie auch innovative und popkulturelle Veranstaltungen (z.B. Poetry Slam, Comedy, digitale Projekte) umfassen.

Vorlesebande e.V., Paderborn: Multimedia-Projekt "Blickwinkel Jugend – Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe", gefördert im Rahmen des Festjahres „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“

Das Projekt der Vorlesebande Paderborn zielt auf die Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Texterzeugnissen ab, die jüdisches Leben in der Region Westfalen-Lippe thematisieren. Im Fokus steht dabei die Arbeit mit jungen Leuten im Alter von 14 bis 25 Jahren, die sich im Rahmen von Schreibworkshops, Theaterworkshops und verschiedenen zu produzierenden Poetry-Videoclips mit dem Themenfeld befassen.

Zentrum für Internationale Lichtkunst e.V., Unna: Jubiläumsausstellung "Faszination Licht"

Zum 20jährigen Jubiläum des Zentrums für Internationale Lichtkunst, welches Ende Mai 2001 seine Türen öffnete, werden in den drei Hauptausstellungsräumen raumgreifende Lichtkunst-Installationen präsentiert, die nicht miteinander vergleichbar und doch durch die Themen Konstruktion und Dekonstruktion verbunden sind. Mit der Installation Chaos Incarnate kreiiert die Künstlerin Adela Andea (US) extra für Unna einen interdimensionalen Raum mit bunten Leuchtkörpern, die den Besucher orientierungslos in einem Lichtchaos lassen. 30.04.2021 – 21.11.2021